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Blindenware und Unerlaubte Werbeanrufe

Was tun bei Werbeanrufen einer Blindenwerkstätte und Vertretern von Blindenware an der Haustür?

Sie erhalten unaufgefordert Verkaufsanrufe einer Blindenwerkstatt?
Das können Sie tun:

Immer wieder erreichen uns Anrufe von Menschen, die von einer Blindenwerkstatt angerufen wurden. Sie werden aufgefordert, Waren zu kaufen, die von blinden Menschen in diesen Werkstätten hergestellt werden. Häufig hören wir in diesem Zusammenhang, dass man sich auf den Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. (BSVSB), einen anderen Blinden- oder Sehbehindertenverband oder das Blindenheim Freiburg beruft.

Wir stellen hiermit deutlich klar:
Der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. (BSVSB) hat mit diesen Anrufen nichts zu tun!
Wir arbeiten mit keiner Blindenwerkstatt zusammen.

Seit die Genossenschaft "Südbadisches Blindenwerk" vor über zehn Jahren ihren Betrieb eingestellt hat, gibt es in Südbaden keine Blindenwerkstätten mehr.

Wir distanzieren uns zudem klar von rechtswidrigen Machenschaften. Anrufe ohne vorherige Einwilligung des Angerufenen sind verboten. Es handelt sich dabei um unerlaubte Werbeanrufe. Seriöse Blindenwerkstätten arbeiten nicht mit diesen Verkaufsmethoden. Seriöse Blindenwerkstätten rufen Sie nur an, wenn Sie sich damit einverstanden erklärt haben.

Die Bundesnetzagentur informiert darüber:

„Bei folgenden Kriterien liegt ein unerlaubter Werbeanruf vor: Sie wurden angerufen und in dem Gespräch wurde für Produkte oder Dienstleistungen geworben und Sie haben dem werbenden Unternehmen hierzu vorher keine ausdrückliche Einwilligung erteilt.“

Sollten Sie also einen Anruf ohne vorherige Einwilligung erhalten, oder bereits erhalten haben, geben wir Ihnen hier einige Tipps, wie Sie sich verhalten können:

  1. Sie erhalten ohne vorherige Einwilligung einen Anruf, bei dem Sie Waren erwerben sollen. Dies ist gesetzeswidrig. Was können Sie tun?
  • Weisen Sie den Anrufenden darauf hin, dass der Anruf nicht rechtmäßig ist, und dass Sie das Gespräch deshalb beenden möchten.
  • Sollte derjenige weiterhin versuchen, Sie vom Kauf eines Artikels zu überzeugen, verweisen Sie auf Ihr Recht, den Anruf bei der Bundesnetzagentur zu melden.
  • Wenn Sie weiterhin telefonisch bedrängt werden, legen Sie einfach auf.
  • Die Bundesnetzagentur dokumentiert derartige Anrufe und geht ggf. gegen die betreffenden Unternehmen/Organisationen vor. Informationen zur Beschwerde bei der Bundesnetzagentur finden Sie unter diesem Link https://tinyurl.com/rjerrqa. Sie erreichen die Bundesnetzagentur unter Tel. (0291) 995 52 06 oder per Mail: rufnummernmissbrauch@bnetza.de 
  1. Sie erhalten nach dem Anruf eine Auftragsbestätigung über den Kauf von Waren, obwohl Sie am Telefon keinen Kauf bestätigt haben:
  • Widerrufen Sie diesen Auftrag innerhalb der gesetzlichen Frist von 14 Tagen schriftlich. Jede weitere Rechnungsstellung ist damit hinfällig.
  1. Sie bekommen trotz Ihres schriftlichen Widerrufs Rechnungen, ggf. sogar Post und Drohungen von einem Inkassounternehmen:
  • Wenden Sie sich in diesem Fall an die Polizei und melden den Vorfall.
    Leider schaden solche Geschäftsmodelle dem Ruf von seriös arbeitenden Blindenwerkstätten. Da die Anrufenden sich immer wieder auch auf die Blinden- und Sehbehindertenvereine – und verbände beziehen, geraten auch diese in Verruf. Informieren Sie sich deshalb gerne bei den offiziellen Stellen.
  • Der Bundesverband staatlich anerkannter Blindenwerkstätten e.V. (BsaB) https://www.bsab-ev.de/ gibt Ihnen Auskunft über seriös arbeitende und staatlich anerkannte Blindenwerkstätten.
  • Unter www.rehadat-wfbm.de können Sie umfangreiche Informationen zu allen anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und Blindenwerkstätten in Deutschland abrufen. Dort können Sie sich zum Beispiel einen Überblick verschaffen, welche Auftragsarbeiten, Dienstleistungen und Produkte die jeweilige Werkstatt anbietet.
  • Der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. (BSVSB) steht Ihnen ebenfalls mit kompetentem und seriösem Rat zur Seite.

Blindenware und Haustürgeschäfte

Bei Haustürgeschäften sollten Sie folgendes beachten:

  1. Generell gilt (auch bei einem Vertreter einer Blindenwerkstätte): Vorsicht bei Haustürgeschäften! Lassen Sie sich nicht auf ein direktes Geschäft ein. Lassen Sie sich von dem Vertreter einen Warenkatalog geben. Später können Sie dann in Ruhe den Katalog durchlesen. Machen Sie am besten keine direkten Geschäfte an der Tür.
  1. Blindenware wird nur über Bestellung verschickt. Ein Vertreter, der direkt eine Bürste oder Wäscheklammern verkaufen möchte, ist ein Betrüger. Auf den Verkauf von Ware - einzig und allein aus dem Katalog - hat sich der Verband anerkannter Blindenwerkstätten Deutschlands festgelegt.
  1. Im Auftrag einer Blindenwerkstätte wird niemals an der Haustür um Geld gebettelt. Der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. versendet einmal jährlich, am 15. Oktober, dem bundesweiten "Tag des weißen Stockes" in ausgewählten Städten in Südbaden einen Rundbrief, in dem wir unsere aktuellen Projekte beschreiben und um eine finanzielle Unterstützung bitten.
  1. Der Landesblinden- und Sehbehindertenverband Baden-Württemberg sowie der Badische Blinden und Sehbehindertenverein V.m.K. und auch der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. betreiben keine eigenen Werkstätten. Auch das Blindenheim Freiburg betreibt keine eigene Werkstätte. Wenn ein Warenvertreter an Ihrer Tür behauptet, er käme vom Blindenverband, dann stimmt das nicht.
  1. Lassen Sie sich von dem Vertreter in jedem Falle den so genannten Blindenwarenvertriebsausweis an Ihrer Haustür vorzeigen. Der Ausweis muss das unten aufgeführte Symbol beinhalten. Ferner muss die Anschrift des Vertreters und sein voller Vor- und Zuname im Ausweis verzeichnet sein. Zudem muss der Ausweis durch den Verband für das Blindenhandwerk abgestempelt sein. Der Vertreter muss diesen Ausweis immer mit sich führen, wenn er im Auftrag einer anerkannten Blindenwerkstätte unterwegs ist.

    Logo der Blindenwerkstätten
  1. Rufen Sie, bevor Sie eine Bestellung durchführen, unter der Telefonnummer an, die auf dem Blindenwarenvertriebsausweis oder im Warenkatalog steht. Nennen Sie dort den Vor- und Zunamen des Ausweisinhabers und erkundigen sich danach, ob diese Person wirklich für die Blindenwerkstätte tätig ist. Auch bei Blindenwerkstätten gelten die üblichen Bestimmungen des Handelsrechtes: Erst ein Angebot einholen, dann die Ware bestellen. Erst nach Eingang einer Rechnung bezahlen ... und natürlich haben Sie auch das Rückgaberecht
    nach dem BGB.

Zusammenfassend gilt:
Der Blinden und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. (BSVSB) und das Blindenheim Freiburg haben keine Werkstätten. Wir betreiben keine Haustürgeschäfte und machen keine Telefonwerbung!

Über die Arbeit des Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. (BSVSB) können Sie sich gerne informieren bei der Beratungs- und Informationsstelle des Vereins in Freiburg unter Telefon: 0761/36122 und im Internet unter: www.bsvsb.org.

Über die Aufgaben und die Arbeit des Blindenheim Freiburg können Sie sich gleichfalls informieren unter Telefon: 0761/20706-0 oder im Internet unter: www.blindenheim-freiburg.de.

Den Landesblinden- und Sehbehindertenverband Baden-Württemberg e.V. finden Sie unter www.lbsv-bw.de.

Wir danken Ihnen für Ihre Solidarität mit unserem Personenkreis und für Ihre Aufmerksamkeit.