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Schule fertig, und was dann?

Schule fertig, und was dann? "Bald ist der erste Schulabschnitt geschafft! Ihr macht euch vielleicht schon viele Gedanken. Welche Berufe gibt es eigentlich für blinde und sehbehinderte Menschen? Was will ich mal werden? Welcher Beruf passt zu mir? Will ich eine Ausbildung machen? Eine berufliche Schule besuchen? Oder später mal studieren? Oder etwas ganz Anderes?"

So lautete die Eingangspassage der Berufsorientierungsveranstaltung "Schule fertig, und was dann?" - angeboten für Schülerinnen und Schüler, die kurz vor dem Schulabschluss stehen.

Auf diese Fragen gaben die drei Blinden- und Sehbehindertenverbände in Baden-Württemberg erste Antworten. Unter Beteiligung der Bildungseinrichtungen für Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg trafen wir uns am Mittwoch, 03.03.2016 und Donnerstag, 04.03.2016 zu der Informationsveranstaltung für Schüler und deren Eltern.

Auch für sehbehinderte und blinde Menschen gibt es passende Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten. Dies wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anschaulich dargestellt.

In insgesamt drei Podiumsrunden wurden Azubis aus einzelnen Berufsfeldern über deren Ausbildung interviewt. Aus dem Publikum wurden Fragen praktischer Art an die Azubis gerichtet. Lehrkräfte aus den Ausbildungsstellen machten ergänzende theoretische Angaben über das jeweils vorgestellte Berufsbild.

Aus den beruflichen Möglichkeiten greifen wir beispielhaft folgende Berufsbilder heraus:

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Das Bäckerhandwerk
  • Berufsfachschule für Musik
  • Wirtschaft und Verwaltung (neues Berufsbild: Kaufleute für Büromanagement)
  • Metalltechnik (Zerspanungsmechanik, Dreherfachwerk)
  • Koch / Fachpraktikerin Küche
  • Massage / Physiotherapie
  • Vielfältige Angebote in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung
  • IT-Kaufmann / Kauffrau
  • Flechtwerkgestaltung / Holzbearbeitung
Das beigefügte Schaubild gibt einen Gesamtüberblick zu den vorgestellten Berufsbildern.
Ausbildungsmöglichkeiten Schaubild 23.11.2015.pdf (58,6 KiB)



In einer vierten Runde kamen die Kostenträger von beruflichen Reha-Maßnahmen zu Wort. Die fünfte Runde beschäftigte sich mit dem Bereich Wohnen, Leben und Arbeit. Hier kamen Auszubildende aus Internaten, Wohngruppen und eigenständigen Wohnungen zu Wort und erklärten den Schülern den Unterschied zwischen Internat und eigenständigen Wohnformen. "Was muss man alles selbst können, um selbständig zu leben?" Ein sehr umfangreiches Feld, das von der selbständigen Wäschepflege bis hin zum eigens organsierten Wochengroßeinkauf reicht.

Der "Markt der Möglichkeiten" bot auf einer Art Wochenmarkt den Schülern und deren Eltern Gelegenheit, sich bei den Einrichtungen der beruflichen Bildung nochmals umfassend über deren Angebotene Maßnahmen zu informieren.

Die Organisation Sehbehindert - aber Richtig! e. V. bot in einer siebten Gesprächsrunde drei Workshops an. In zwei Workshops für die Schüler ging es um das große Feld der Selbstständigkeit. Es wurden fragen wie „Was ist Selbstständigkeit? Was braucht es dazu? und gehört hilfeholen auch dazu selbstständig zu sein?“ behandelt. Selbst betroffene Erwachsene leiteten die Workshops und tauschten sich mit den SchülerInnen über wichtige Fähigkeiten und Herausforderungen im Berufsleben aus.

Durch Rollenspiele und Übungen konnten sich die Teilnehmenden ausprobieren und Situationen am Arbeitsplatz nachstellen.

Der Workshop für die Eltern hatte zum Inhalt: Loslassen können - Auch ein sehbehindertes Kind muss auf eigenen Füßen stehen können.

Als Ergebnis des Seminars erhoffen sich die Blinden- und Sehbehindertenvereine eine bessere Transparenz bei der Wahl der richtigen Ausbildungsmöglichkeit für jeden einzelnen Teilnehmer.

Die Veranstaltung wird finanziell getragen durch den Landesblinden- und -sehbehindertenverband Baden-Württemberg e.V., dem die Veranstalter für die finanzielle Bezuschussung danken. Danken möchten wir auch der Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde von 1860 - Moon'scher Blindenhilfsverein e.V. in Berlin, die bereits zum dritten Male das Schulabgängerseminar mit einem Zuschuss finanziell unterstützte.

Mischa Knebel

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