Hotline 0761 36122

GPS-Navigation und fühlbare 3D-Karten

Das selbständige Bewegen mit dem weißen Blindenlangstock ist für blinde und stark sehbehinderte Menschen die Grundlage, um sich außerhalb der Wohnung sicher bewegen zu können. In der heutigen Zeit kann die Orientierung mit dem Langstock durch GPS-Technologie ergänzt werden. Hierzu wurden in den letzten Jahren einige spezielle Programme für blinde und sehbehinderte Menschen erstellt. Diese Programme filtern die GPS-Daten so aus, dass diese Personengruppe mit einem Tablet-PC oder einem Smart-Phone darauf zugreifen und die Daten unterwegs für eine GPS-gestützte Navigation verwenden können.

Hierzu gibt es zum Beispiel spezielle Apps, die auf die frei nutzbare Datenbank OpenStreetMap (OSM) zugreifen, und die Daten in eine für blinde und sehbehinderte Personen mobil nutzbare Weise umkonvertieren. Beispiele für solche Programme sind: BlindSquare, Ariadne-GPS oder ViaOpta Daily.

Auch gibt es eine spezielle App der Verkehrsbetriebe, durch die die Bahn- und Busfahrpläne lesbar gemacht werden. Befinden sich in den Bussen und Straßenbahnen entsprechende Bluetooth-Empfangsgeräte, wird dem blinden Benutzer das gerade an einer Haltestelle einfahrende Fahrzeug über Tablet-PC oder SmartPhone angesagt.

Ein weiteres Beispiel ist die App "DB Barrierefrei" der Deutschen Bahn AG. Durch diese App werden Informationen für Fahrgäste am Bahnsteig und im jeweiligen Zug auf ein Tablet oder Smart-Phone ausgegeben.

Eine Hilfe, um sich in Gebäuden orientieren zu können, bietet die InDoor-Navigation mit Hilfe des Systems "Guide 4 Blind". Dies ist ein durch QR-Codes und iBeacons gestütztes Navigationssystem innerhalb von Gebäuden (auch dort, wo es keinen GPS-Empfang gibt). Durch QR-Codes kann man Informationen von Türschildern mit einer QR-Code-Reader-App auslesen und sich mit Sprachausgabe vorlesen lassen. Für blinde und sehbehinderte Benutzer eignet sich hierzu die Software "MindTags". Mit Hilfe von iBeacons können großflächige Informationen lesbar gemacht werden, wie z.B. Auskünfte für ganze Gebäudeetagen. Als Software für blinde und sehbehinderte Benutzer eignet sich hier die App "BlindSquare".

Durch das Erlernen des Umgangs mit GPS-gestützten Navigationstechniken und durch die Erschließung einer Verkehrsfläche oder eines Wohngebietes über eine ertastbare Karte wird den Betroffenen die Möglichkeit zur Erweiterung der eigenen Mobilität gegeben. Dies erhöht die räumliche Selbständigkeit und schafft die Erweiterung des  persönlichen Freiraumes. Wir verhelfen blinden und sehbehinderten Menschen dadurch zu einer größeren Mobilität und damit zu mehr Selbständigkeit im Alltag.

Sehen Sie hierzu auch den aktuellen Filmbeitrag bei Baden-TV-Süd unter folgendem Link:
Zum Filmbeitrag auf Baden-TV-Süd

Zurück