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Anleitung zu den barrierefreien Ampeln mit Signalgebern für blinde und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer

Da in der Stadt Freiburg im Zuge von Sanierungsarbeiten und Ausbau von Straßenbahnlinien einige Straßen Neu-Installationen von Ampelanlagen erhalten, die behindertengerecht ausgerüstet sind, wird die Nutzung im Folgenden erklärt. 

Die neuen Ampeln sind mit akustischen und taktilen Signalgebern versehen. Die nachfolgende Erklärung spiegelt die aktuell im Vereinsgebiet verbauten taktilen Signal-Anforderungsknöpfe wieder. Nach der überarbeiteten DIN 32984 haben diese Knöpfe eine erweiterte Information. Diese erweiterte Information wird auf dieser Seite nicht beschrieben.

Akustische Signalgeber sind die Orientierungsgeräusche, ein „Tacken“, mit dessen Hilfe ein Ampelpfosten gefunden werden kann und das Freigabesignal, eine schnelle Tonabfolge, die die Grünphase für Fußgänger anzeigt.

Wichtig: Der Orientierungston ist ständig da, die Freigabe ertönt nur, wenn sie vorher angefordert wird. Der Anforderungsknopf befindet sich auf der Unterseite des Kastens am Ampelpfosten. 

Dieser Knopf hat in der Mitte einen Pfeil, der die Gehrichtung anzeigt. Wenn der Pfeil unterbrochen ist, d. h. eine Querlinie auf dem Pfeil zu tasten ist, heißt das, dass die Überquerung auch unterbrochen ist. Auf der Verkehrsinsel ist dann ein erneuter Ampelpfosten mit erneuter Anforderungsmöglichkeit und eigenem Orientierungston. 

Für die akustische Freigabe reicht es, den Knopf einmalig zu drücken und abzuwarten, bis das Freigabesignal ertönt. Dann kann man die Straße überqueren.

Taktile Signalgeber sind die Vibrationsanlagen, die über ein feines Zittern den Beginn der Grünphase für Fußgänger anzeigen. 

Wichtig: Das Vibrieren als Überquerungssignal ist nur dann zu spüren, wenn es angefordert wird. Der Anforderungsknopf befindet sich an der Unterseite des Kastens an der Ampel. Es ist der gleiche Knopf, der auch das akustische Signal auslöst. 

Besonderheit: Der Knopf muss gehalten werden, damit man das Vibrieren spüren kann, da dieser Knopf dann vibriert. 

Anleitung: Knopf fest drücken, dann die Finger locker beidseits des Pfeils halten. Zur Freigabe ist ein kurzes Vibrieren spürbar. Das ist der Beginn der Grünphase. Dann kann man loslaufen. 

Die neuen Anforderungskästen sind immer in Gehrichtung, also an der Häuserseite der Ampel, nicht an der Straßenseite. 

Eine besondere Situation tritt auf, wenn eine Straßenbahnhaltestelle auf einer Verkehrsinsel zwischen den Straßen liegt. Man muss dann als Fußgänger zwar nur den Verkehr in jeweils eine Richtung beachten, dafür haben die Ampelpfosten auf der Verkehrsinsel 2 Anforderungskästen, einen für die Straßenüberquerung und einen für die Schienenüberquerung. Sie funktionieren genauso wie oben beschrieben und sind auch in Gehrichtung angeordnet, d. h. auf der Straßenseite findet sich die Anforderung die Schienenüberquerung, auf der Schienenseite findet sich der für die Straßenüberquerung. 

Um eine sichere Straßen- und Schienenüberquerung zu gewährleisten, sind an den Inselhaltestellen die akustischen Überquerungssignale ausgestellt. Dort funktioniert nur die Vibration. Jede Überquerung muss also in Gehrichtung neu angefordert werden. Die Ampelmasten behalten ihren Orientierungston.

Gabriele Kehr 
Fachkraft der Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation

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